Unmittelbar nach dem Krieg kam die Pfarrei St. Josef Güchenbach in den Besitz eines religiös und künstlerisch wertvollen Kleinodes. Es ist das aus Holz geschnitzte getreue Abbild der berühmten Madonna von Altötting: Maria mit Krone, Zepter und dem Jesuskind auf dem Arm. Die Statue ist ein Geschenk von Monsignore Adalbert Vogl, damals Administrator und Stiftsdekan der Gnadenkapelle Altötting.
Am Fest Maria Himmelfahrt 1945 wurde die Muttergottesstatue von Bischof Simon Konrad von Passau geweiht und dreimal an das Original angerührt. Daraufhin wurde sie zusammen mit einem Bild und einer Reliquie des Hl. Bruder Konrad Frau Elisabeth Friedrich aus Güchenbach, die während des Krieges in Altötting evakuiert war, übergeben und von dieser unter schwierigen, kriegsbedingten Umständen nach Riegelsberg gebracht, mit dem Wunsch, dass auch hier die Marienverehrung sich zu einer Wallfahrt entwickeln möge. Am 2. September 1945 wurde sie durch Kapuzinerpater Edgar aus Altötting unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich aufgestellt.
Von der Schatzkammer der Gnadenkapelle als auch von Angehörigen des Administrators Vogl wurden noch ein wertvoller Prachtmantel sowie eine reich geschmückte Krone und ein Zepter gestiftet, mit denen das Gnadenbild bei feierlichen Anlässen geschmückt wird.
Die Heiligtümer fanden zuerst im Chor der Kirche ihren Platz auf einem provisorischen Altar. Seit Ostern 1951 ist das Seitenschiff als Gnadenkapelle hergerichtet. Der kunstvolle Flügelaltar aus der Kunstwerkstatt von Johann Mettler aus Morbach stellt Szenen aus dem Leben des hl. Bruder Konrad, Pförtner im Kloster in Altötting, dar.
Am Feste Maria Himmelfahrt, 15. August 1946 – zu Beginn der ersten Wallfahrtswoche – nahm der Trierer Erzbischof Dr. Franz-Rudolf Bornewasser die feierliche Krönung des Gnadenbildes vor.
Seither ist die Katholische Pfarrkirche St. Josef in Riegelsberg Wallfahrtskirche.
Jedes Jahr findet in der Woche vom 15. August, dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, bis 22. August, dem Gedenktag Maria Königin, unter großer Beteiligung der Gläubigen aus nah und fern eine Fest- und Wallfahrtswoche statt.

